| Kursnummer | 7002 |
| Datum | Mittwoch, 16.09.2026 08:00–18:00 Uhr |
| Gebühr | 48,00 EUR |
1. Programmpunkt: Ausstellung mit Werken von Ausust Sander in der Photographischen Sammlung Köln
Mit rund 350 Werken aus der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur mit ihrem
August Sander Archiv eröffnet die Ausstellung einen facettenreichen Zugang zum Schaffen
eines der bedeutendsten Photographen des 20. Jahrhunderts. Gezeigt werden von August
Sander (1876–1964) eindrucksvolle Stadtansichten aus Köln, Karnevalsszenen, Porträts
befreundeter Künstler und deren reproduzierte Werke. Private Familienbilder und Arbeiten,
die in seinem Geburtsort Herdorf und dem Westerwald entstanden, sowie seltene
Aufnahmen aus seinem ersten Atelier in Linz an der Donau geben Einblick in seine frühe
Schaffenszeit. Ein besonderer Bereich widmet sich Sanders berühmtem Werk „Menschen
des 20. Jahrhunderts“, das in ausgewählten Beispielen vorgestellt wird. Sanders Gespür für
gesellschaftliche Strukturen und individuelle Lebenssituationen wird hier besonders
deutlich. Daran anschließend lässt die Serie „Studien, der Mensch“ Sanders Aufmerksamkeit
für Details und Gesten nachvollziehen – vor allem die Ausdruckskraft menschlicher Hände
spielte für ihn eine bedeutende Rolle.
Auch seine Landschaftsaufnahmen u. a. aus dem Westerwald, Siegerland, der Eifel, dem
Rheinland und seine Ansichten, die 1927 auf Sardinien entstanden, werden einbezogen.
Eine Hörstation mit Sanders Radiovorträgen von 1931 in unmittelbarer Nähe zu seinen
Bildern, die seine zwischen 1912 und 1942 geführte Lichtbildwerkstatt in Köln vorstellen,
bietet zusätzliche Einblicke in seine Gedankenwelt zur Photographie.
Die Ausstellung lädt ein, August Sanders Werk in einer großen Bandbreite neu zu
entdecken.
2. Prorgammpunk: Führung "Der Kölner Dom und die Juden"
Der Kölner Dom und ›die Juden‹
Im und am Kölner Dom lassen sich einige Kunstwerke entdecken, die den christlichen Blick auf das Judentum widerspiegeln. Mehrere unter ihnen zeugen dabei von einer durch die Jahrhunderte ausgebildeten Judenfeindschaft der katholischen Kirche, die in ihrer Haltung erst durch das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) einen epochalen Wandel vollzog.
Angesichts der Vertreibung der jüdischen Bevölkerung aus der Stadt Köln vor über 600 Jahren und des aktuell eskalierenden Weltgeschehens scheint es dringend geboten, sich mit den klischeehaften Vorstellungen und abwertenden Stereotypen der im Lauf der Jahrhunderte geschaffenen Bildwerke auseinanderzusetzen.
Im Rahmen der Führung besteht die Möglichkeit, sich vor Ort im Dom exemplarisch mit einigen Kunstwerken auseinanderzusetzen, diese historisch einzuordnen und zugleich das schleichende Gift bildlicher Darstellungen und deren fatale Folgen nachzuvollziehen.